Ratgeber
Cannabis-Stecklinge outdoor anbauen
Der richtige Zeitpunkt
Die Eisheiligen um den 15. Mai sind die verlässliche Marke. Davor kann Spätfrost eine junge Pflanze über Nacht vernichten. Wer früher startet, zieht drinnen vor und stellt erst später ins Freie. Auch Pflanzen, die erst im Juli ins Freiland kommen, werden sehr groß und ertragsreich werden.
Solltest du deine Pflanzen erst im August ins Freiland stellen wollen, empfehlen wir dir Jungpflanzen, da diese schon einen großen Vorsprung haben.
Eine Jungpflanze die bessere Wahl — sie bringt zwei bis drei Wochen Vorsprung mit.
Der Versand lebender Pflanzen läuft bei uns nur Montag bis Mittwoch, damit keine Sendung über das Wochenende im Verteilzentrum steht. Plane das bei der Bestellung ein — Details unter Versandarten.
Abhärten — der Schritt, den viele überspringen
Eine Pflanze, die bislang unter Kunstlicht oder auf der Fensterbank stand, verträgt volle Sonne und Wind nicht sofort. Sie sollte langsam dran gewöhnt werden :
Tag 1–2: Nur wenige Stunden Sonne draußen, wobei pralle Mittagssonne gemieden werden sollte
Tag 3–4: Tagsüber draußen, nachts noch nach drinnen stellen. Extremes Wetter meiden
Danach sollte die Pflanze langsam an Wind und Sonne gewöhnt sein und kann ausgepflanzt werden bzw. permanent draußen stehen.
Standort
Sechs Stunden direkte Sonne täglich sind das Minimum, mehr ist besser. Windgeschützt, aber nicht in einer stehenden Ecke — Luftbewegung beugt Schimmel und Schädlingen vor. Ideal sind Standorte auf den auch Brennesel gut gedeihen, da dort die nötigsten Nährstoffe schon im Boden vorhanden sind.
Ein Punkt, der über den Ertrag hinausgeht: Die Pflanzen müssen vor dem Zugriff Dritter geschützt sein, insbesondere vor Minderjährigen. Ein Sichtschutz wird vom Gesetzgeber nicht verlangt, wird aber zur Diebstahlprävention empfohlen. Mehr dazu unter Rechtslage.
Topf oder Beet
Der Topf ist die flexiblere Wahl: Du kannst die Pflanze bei angekündigtem Unwetter unterstellen und bei Frostnächten hereinholen.
Töpfe, die größer als 20l sind, empfehlen sich auch, da die Pflanze im Notfall bei Starkregen oder Ähnlichem für kurze Zeit in Sicherheit gebracht werden können.
Zudem hat man Kontrolle über das Substrat und den Dünger.
Im Beet hingegen kann die Pflanze (bei geeigneter Erde) ihr volles Potenzial entfalten.
Schnecken und Wetter
Nacktschnecken sind im Freiland die häufigste Verlustursache bei jungen Pflanzen — eine 20 cm große Pflanze ist über Nacht weg gefuttert. Deshalb empfehlen wir, Stecklinge zunächst 1-2 Wochen in einem Zwischentopf mit ein bis vier Litern kräftiger werden zu lassen, bevor sie ins Beet kommen. Jungpflanzen sind schon groß genug, um nicht gleich zum Opfer der Schnecken zu werden, wenn nicht gerade abnormal viele Nacktschnecken im Garten wohnen
Wirksam sind Schneckenkragen, ein Ring aus Schafwolle oder ein erhöhter Standort. Bei Starkregen hilft eine einfache Abdeckung; in der Blüte ist anhaltende Nässe der Wegbereiter für Schimmel.
Wann die Blüte beginnt
Im Freiland steuert das Tageslicht. In Deutschland ist ab Ende August ungefähr der Zeitpunkt, an dem die Blüte langsam beginnt. Je Nach Sorte ist der Erntezeitpunkt im Laufe des Oktobers, manche Pflanzen brauchen aber auch bis November.
Für Outdoor eignen sich robuste Sorten mit kürzerer Blütezeit. Bei längerer Blütezeit kann es durch vermehrten Regen, kürzere Tage und kältere Nächte zu Problemen kommen. Die Blütezeiten aller Sorten stehen unter Blütezeit und Erntezeitpunkt.
Welche Sorten outdoor funktionieren
Zwei Eigenschaften zählen im Freiland mehr als anderswo: eine kurze Blütezeit und Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit. Eine Sorte mit 10,5 Wochen Blüte wird in Deutschland erst spät fertig — und je später geerntet wird, desto höher das Risiko, dass Herbstregen die Blüten schimmeln lässt.
Sorten mit 7,5 bis 9 Wochen Blütezeit sind deshalb im Vorteil.
Gießen im Freiland
Im Topf trocknet das Substrat an heißen Tagen deutlich schneller aus als drinnen — im Hochsommer kann tägliches Gießen nötig sein, bei großen Pflanzen auch zweimal. Im Beet ist der Bedarf geringer, weil die Wurzeln tiefer gehen.
Gieße morgens statt abends. Nasse Blätter über Nacht bei sinkender Temperatur begünstigen Pilzbefall. Die Grundregeln gelten auch outdoor: Cannabis richtig gießen.
Sichtschutz und gesetzliche Anforderung
Der Gesetzgeber verlangt, dass Pflanzen und Ernte vor dem Zugriff Dritter geschützt sind — insbesondere vor Minderjährigen. Im Freiland heißt das praktisch: ein abschließbarer Bereich oder eine Umzäunung, die nicht ohne Weiteres überwunden wird.
Ein blickdichter Zaun erfüllt beides zugleich: Er hält Blicke fern und erschwert den Zugriff. Zwar ist ein Sichtschutz nicht direkt gefordert, aber er hält Diebe ab. Was sonst noch gilt, steht unter Ist der Kauf von Cannabis-Stecklingen legal? und ausführlich auf der Seite Rechtslage.